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Unterricht für Willkommensklassen


Kulturelle und sprachliche Vielfalt
Seit über 10 Jahren sind zwei bis drei Willkommensklassen Teil unserer Schulgemeinschaft. Die Schüler und Schülerinnen sind 12 bis 16, manchmal auch 17 Jahre alt und leben erst seit kurzer Zeit in Berlin. Manche mussten vor Krieg, Gewalt oder politischer Verfolgung fliehen, andere mussten ihre Heimat verlassen, weil ihre Eltern einen neuen Arbeitsplatz in Berlin gefunden haben. Die Gründe sind so vielfältig wie die Herkunftsländer. Rückblickend haben seit 2013 Schüler und Schülerinnen aus über 45 Nationen unsere Willkommensklassen besucht, und zwar aus 
Afghanistan, Bolivien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Burkina Faso, Chile, Ecuador, Estland, Georgien, Ghana, Griechenland, Indien, Irak, Iran, Kambodscha, Kamerun, Kasachstan, Kenia, Kolumbien, Kosovo, Kroatien, Lettland, Libanon, Libyen, Litauen, Malediven, Mali, Mazedonien, Mexiko, Moldau, Nigeria, Pakistan, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Spanien, Sudan, Südkorea, Syrien, Türkei, Ukraine, Venezuela, Vietnam, Sudan …

Die Herausforderungen sind groß
Hauptunterrichtsfach in den Willkommensklassen ist das Fach Deutsch als Zweitsprache (DaZ), es gibt aber auch Unterricht in den Fächern Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften, Kunst, Musik und Sport – in wechselnden Kombinationen. Ziel der Willkommensklasse ist es, die Schüler und Schülerinnen so schnell wie möglich in die Lage zu versetzen, erfolgreich am Regelunterricht teilnehmen zu können. Deshalb sollen die Schüler und Schülerinnen möglichst innerhalb eines Jahres Deutsch bis zu einem Sprachstand von A2 bzw. B1 im Sprechen und Hören erlernen. Das gelingt nicht immer, denn die Schüler und Schülerinnen kommen mit sehr unterschiedlichen schulischen Vorerfahrungen zu uns und müssen sich in einer für sie häufig völlig neuen Welt zurechtfinden. Deshalb kann im Einzelfall die Zeit in der Willkommensklasse auch verlängert werden.

Neben dem Unterricht in den Willkommensklassen können die Schüler und Schülerinnen zusammen mit Regelschüler*innen auch an AGs teilnehmen oder – wenn das Sprachvermögen schon etwas fortgeschritten ist – in einzelnen Unterrichtsstunden oder -fächern „hospitieren“. Nicht nur zum Sprachenlernen ist der Kontakt zu deutschsprachigen Schülern und Schülerinnen so wichtig.

Und wie geht es weiter?
Im Anschluss an die Willkommensklasse gehen die Schüler und Schülerinnen in die Regelklasse einer Integrierten Sekundarschule, einer Gemeinschaftsschule oder eines Gymnasiums über. 16jährige Schüler*innen können auch ein Oberstufenzentrum (OSZ) besuchen, um sich dort auf eine Berufsausbildung vorzubereiten.
Selbstverständlich hört auch dann die Notwendigkeit sprachlicher Förderung nicht auf; sie sollte integrativer Bestandteil aller Unterrichtsfächer sein. In einigen Sekundarschulen wird darüber hinaus DaZ als Wahlpflichtfach angeboten oder es wird additiver Sprachunterricht erteilt. In jedem Falle aber profitieren alle ehemaligen Willkommensschüler*innen zwei Jahre lang von der Möglichkeit des sog. Nachteilsausgleichs. Beispielsweise durch längere Bearbeitungszeit bei Klassenarbeiten oder durch die Verwendung zweisprachiger Wörterbücher sollen sie so die Chance bekommen, trotz sprachlicher Hürden ihre fachlichen Kompetenzen zeigen zu können wie alle anderen auch.