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Judit und Holofernes   Judit 12 + 13


Wie Holofernes einmal vor Liebe ganz kopflos wurde

Judit war eine alleinstehende Frau , weil ihr Mann an einem Hitzschlag während der Gerstenernte gestorben war. Drei Jahre und vier Monate trauerte sie. Sie trug sogar spezielle Trauerkleider und fastete. Zugegeben - sie sah schon ziemlich gut aus. Ihr Mann hatte ihr beträchtlichen Besitz hinterlassen - Gold, Silber, Sklaven und Sklavinnen, auch Vieh und Äcker. Es gab wirklich niemand, der ihr ein schlechtes Wort nachsagte (wahrscheinlich, weil sie so fromm war). Sie war aber auch ´ne ziemliche Emanze und so zögerte sie keine fünf Minuten, als sie von den Problemen in ihrer Stadt hörte, ihre Magd vorzuschicken, um die Herren der Schöpfung mal zur Rede zu stellen. Es ging irgendwie um Wassermangel und dass ihr Stadtvorsteher Usija deswegen das Handtuch geworfen und ihren Feinden den Assyrern überlassen habe. (ANGEBLICH hatte er einen Deal mit Gott, dass wenn Gott ihm in schlechten Zeiten mal nicht hilft, Usija seine Stadt zur Strafe seinen Feinden übergibt.) Diesen Eid fand Judit ziemlich mies, und es kam zu einer heftigen Diskussion. Dann ging Judit nach Hause, zog sich aus. wusch sich, cremte sich ein, machte sich einen Zopf und stylte sich. Danach zog sie sexy Klamotten und Schuhe an. Zuletzt legte sie ihren gesamten Schmuck an, um die Männer so richtig scharf zu machen. Als sie dann so den Berg runderschlenderte (ihre Magd durfte für sie Wein, Öl, einen Sack mit Feigenkuchen, Mehl und Brot mit-schleppen) traf sie die Wächter der Assyrer und die Stadtältesten Chabris und Charmis. Die ergriffen sie und fragten sie erst mal, wo sie denn so früh am Morgen hinwolle. Judit interessierte das überhaupt nicht und sie meinte nur, dass sie ihnen nicht auch noch zum Fraß vorgeworfen werden will und sie jetzt zu ihrem Oberbefehlshaber Holofernes gehen und ihm alles erzählen werde. Außerdem habe sie einen Plan , wie er das ganze Gebirge besetzen kann ohne, dass jemand stirbt (die Assyrer waren restlos beeindruckt!). Bei näherem Hinsehen fanden sie raus , dass Judit gar nicht so schlecht aussah und sie sahen in ihren Gedanken schon eine heiße Affäre mit dem Herren Holofernes... Sie führten sie also zum Zelt ihres Herren. Holofernes schindete ziemlich viel Eindruck mit einem Royal-Fliegennetz aus Smaragden, Goldfäden und dem ganzen Kram, weshalb Judith vor Ehrfurcht über seinen großartigen Reichtum zu Boden fiel, aber den Dienern wurde befohlen , sie wieder aufzurichten. Holofernes ließ dann noch verlauten, dass er ja nie einem Menschen etwas zu Leide getan hätte, der dem König Nebukadnezar gehorchte und dass sie deshalb keine Angst zu haben bräuchte. Holofernes war schon ziemlich scharf auf sie geworden oder besser: sein Herz brannte vor Begierde. Er mimte den netten: "Sei fröhlich, trink ´n Schluck mit mir!" Judith freute das ziemlich und sie entgegnete, dass sie noch nie so nett behandelt wurde und wirklich fröhlich war. Dann folgte ein Candlelightdinner mit eigener Bedienung (eine Magd!) und Holofernes haute in Sachen Alkohol mal so richtig auf den Putz. Ein paar Stunden später waren alle ziemlich besoffen und weil Holofernes Diener alle in ihre Zelte getorkelt waren, kam es dazu, dass Judit und Holofernes alleine in seinem Zelt waren. Ihre Magd war allerdings noch da und so sagte Judit ihr, dass sie draußen vor der Kammer warten sollte (Holofer-nes war in der Zwischenzeit auf seinem Bett eingepennt). Judit entschloss sich kurzer Hand die Armee von Holofernes im wahrsten Sinne des Wortes kopflos zu machen, indem sie anstelle eines sinnlosen Gemetzel mit seinen Soldaten einfach den "Kopf" des Bösen (genauer gesagt Holofernes Kopf) abschlug. Ok, es tat ihr ja schon leid , weswegen sie ein kleines Gebet einschob . Aber sie war sich sicher, dass richtig war, was sie tat. Der Rest war einfach: Der Kopf wurde einfach in einen Sack gesteckt (das royalmäßige Fliegennetz nahm sie natürlich mit) und Judit und ihre Magd gingen davon. Sie latschten aber sicherheitshalber doch durchs Tal in die Stadt (man weiß ja nie) und kamen dort schließlich auch an.

Sarah und Stephanie
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